Meditation stärkt Immunsystem –

 reduziert Stress, Angst und Schmerz


Achtsamkeitsmeditation (MBSR) kann die Anzahl der Killerzellen im Blut erhöhen und dadurch das Immunsystem stärken. Gleichzeitig trägt sie dazu bei, Entzündungsreaktionen zu reduzieren.

Meditation tut der Seele gut. Sie kann zur Entspannung beitragen und das seelische Gleichgewicht befördern. Doch ob und wie sie sich auf die körperliche Gesundheit auswirkt, ist weniger klar. Zwar liefern verschiedene Studien Hinweise für positive Effekte, doch die Ergebnisse waren bisher zu uneinheitlich, um eindeutige Aussage zuzulassen.

Eine sehr populäre Form der Meditation, die auch schon in vielen Kliniken angewendet wird, ist die Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR), was so viel wie „Stressbewältigung durch Achtsamkeit“ bedeutet. Sie kombiniert fernöstliche Traditionen mit Erkenntnissen der westlichen Medizin.

Um herauszufinden, wie sich MBSR auf das Immunsystem auswirkt, hat die Forscherin Carolyn Y. Fang von der Temple University in Philadelphia 24 Probanden untersucht, die an einem achtwöchigen MBSR-Programm teilnahmen. Zu Studienbeginn und innerhalb von zwei Wochen nach Studienende füllten die Teilnehmer einen Fragebogen aus und gaben eine Blutprobe ab.

Meditation reduziert Entzündungen

Wie zu erwarten führte das Programm bei vielen Teilnehmern zu signifikanten Verbesserungen bei Stress und Angst. Doch bei der Untersuchung der Blutproben stellte sich auch heraus, dass die Aktivität der Killerzellen nach Beendigung der Studie erhöht war und gleichzeitig weniger von einem Entzündungsmarker, dem C-reaktiven Protein (CRP), im Blut zu finden war. Damit konnte ein klarer Zusammenhang zwischen MBSR und einer Verbesserung des Immunstatus der Teilnehmer gezeigt werden.

Die Studie zeigte zudem, dass die verstärkte Aktivität der Killerzellen sowie das reduzierte Level an CRP nur im Zusammenhang mit einer Verbesserung des psychischen Befindens auftraten. Bei den Patienten, die durch das Meditationsprogramm keine Entspannung erfuhren, verbesserte sich auch der Immunstatus nicht. Das entspricht der bekannten Tatsache, dass seelische Verfassung und Immunabwehr eng miteinander zusammenhängen.

Stress, Angst und Schmerz: MBRS

MBSR ist ein ganzheitliches Programm, das praktische achtsamkeitsbasierte Übungen zur Stressreduktion beinhaltet. Meist werden die Übungen unter Anleitung eines Trainers vermittelt und dann zu Hause praktiziert. Zahlreiche Studien belegen mittlerweile die Wirksamkeit des Programms, welches von Professor Jon Kabat-Zinn im Jahr 1979 an der Stress Reduction Clinic der Universität von Massachusetts entwickelt wurde.

Bei der MBSR sollen Symptome wie Angst, Stress oder Schmerzen nicht unterdrückt oder bekämpft, sondern nur still und aufmerksam betrachtet werden, wobei man sich einer Beurteilung enthalten soll.

Dadurch werden die Symptome dann häufig verringert oder können von den Betroffenen zumindest besser akzeptiert werden. Neben der Selbstbeobachtung beinhaltet MBSR hauptsächlich Atemübungen, Sitzmeditation und Yoga. MBSR-Kurse werden auch an der Charité Hochschulambulanz für Naturheilkunde am Standort Mitte angeboten.

Während der Sitzungen werden verschiedene Praktiken vermittelt, die darauf abzielen, Achtsamkeit zu entwickeln. So enthält der Kurs Sitzmeditationen, bei denen der Fokus der Konzentration zunächst auf die Atemempfindung gerichtet wird, in späteren Wochen auch auf Körperempfindungen, Hören, Sehen, Emotionen und auf Gedanken.

Zum Ende der Meditationen im weiter fortgeschrittenen Kursverlauf wird die Aufmerksamkeit auch zum Gewahrsein an sich gebracht, ohne dass ein bestimmtes Objekt in den Blickpunkt genommen wird.

Neben den Sitzmeditationen wird im Kurs auch der so genannte „Bodyscan“ vermittelt – eine Übung, bei der die Aufmerksamkeit systematisch durch den ganzen Körper geführt wird – sowie achtsame Bewegungs– und Dehnübungen (sehr einfache Yogaübungen) und Gehmeditation.

Die verschiedenen Übungen dauern bis zu 45 Minuten und werden von den Kursteilnehmern auch täglich zuhause eingeübt, sie werden dabei angeleitet von Tonaufnahmen per CD oder MP3-​Player. Allen Übungen ist gemein, dass den Teilnehmern vermittelt wird, die Konzentration im gegenwärtigen Moment zu halten beziehungsweise dorthin zurückzuführen, wenn sie abgewandert ist.

Anstatt in gewohnte Muster der Bewertung und des Widerstandes zu verfallen, werden die Teilnehmer dazu angeregt, wiederholt eine offene, freundliche und neugierige Haltung allem Erlebten und sich selbst gegenüber einzunehmen.

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PublicDomain/gesundheitsstadt-berlin.de/dasgehirn.info am 17.05.2020