UNSERE SCHILDDRÜSE BRAUCHT JOD
sz-online.de



Montag, 02.01.2006

Wohl jeder hat hin und wieder schon einmal etwas über die Schilddrüse gehört oder gelesen. Das kleine schmetterlingsförmige Organ liegt wie ein Schild unterhalb des Kehlkopfes an der Vorderseite des Halses und besteht aus zwei miteinander verbundenen Lappen.

Das Gesamtvolumen einer gesunden Schilddrüse liegt in Deutschland zwischen 18 ml (Frauen) und 25 ml (Männer). Das entspricht etwa der Größe des Daumen-Endgliedes des betreffenden Menschen.

An dieser Stelle wird sich der Leser fragen, warum denn das Volumen der Schilddrüse hier explizit für Deutschland angegeben ist. Hat es denn andernorts eine andere Größe? Nun, diese Frage muss tatsächlich bejaht werden. Sowohl die Größe der Schilddrüse als auch die Häufigkeit von Schilddrüsenerkrankungen hängt nämlich in hohem Maße von der Qualität der Jodversorgung in der jeweiligen Region ab.

Ohne Jod herrscht Hormonmangel

Jod ist so zu sagen das Baumaterial, aus dem die unscheinbare Drüse so lebenswichtige Hormone wie Thyroxin oder Trijodthyronin herstellt. Beide Substanzen sind für den Energiehaushalt und das Funktionieren unseres Organismus unabdingbar. Sie gelangen mit dem Blutstrom in alle Zellen des Körpers.

Hier beeinflussen sie den Sauerstoffverbrauch, die Wärmeproduktion, den Mineralhaushalt und den Stoffwechsel von Zuckern, Fetten und Eiweißen. Schilddrüsenhormone sind darüber hinaus für eine normale Entwicklung des Gehirns und des Skeletts erforderlich.

Wenn die Schilddrüse aus dem Gleichgewicht gerät, weil zu wenig Jod zur Verfügung steht, können viele Organe in Mitleidenschaft gezogen werden.

Deshalb versucht die Schilddrüse einen bestehenden Jodmangel zunächst durch ein zusätzliches Wachstum des Schilddrüsengewebes zu kompensieren - gewissermaßen in der Hoffnung, eine größere Fabrik könne nun auch mehr produzieren.

Natürlich funktioniert dieser Trick nicht, weil ja die eigentliche Basis der Produktion, die Verfügbarkeit der Rohstoffe, nicht in ausreichendem Maße gegeben ist. Selbst wenn die Schilddrüse schließlich so groß wird, dass der Betreffende einen "Kropf" hat und bereits Schluckbeschwerden bekommt, kann die Hormonproduktion beeinträchtigt bleiben. Mehr zum Thema.

Zu diesem Thema muss sich
jeder selbst orientieren...
am besten einen Bluttest
vornehmen lassen, der über den
Schilddrüsen-Status aufklärt



Wofür ist Jod überhaupt wichtig?
Der Begriff Jod stammt aus dem Lateinischen von „jodes“ und bedeutet veilchenfarbig. Die Schilddrüse benötigt dieses natürlich vorkommende Spurenelement als lebensnotwendigen Stoff zur Herstellung der Schilddrüsenhormone T4 (Tetrajodthyronin) und T3 (Trijodthyronin).

Das Organ speichert diese Hormone unter Umständen bis zu drei Monaten. Fast der gesamte Jodvorrat des Körpers findet sich deshalb in der Schilddrüse, die mit diesen beiden Hormonen wichtige Vorgänge im Körper steuert, z. B. den Stoffwechsel, Herz und Kreislauf, das seelische Wohlbefinden, die Fruchtbarkeit und Sexualität sowie Wachstum und geistige Entwicklung bei Kindern.

Damit all diese Funktionen des Körpers
richtig ablaufen, benötigt er ausreichend
Jod.