ALGE Kelp




foodgroove.de
Dietmar Waßner

Kelp ist eine große braune Seealge, die zum größten Teil in asiatischen Ländern als Nahrungsmittel konsumiert wird. Die Alge wächst in seichtem, nährstoffreichem Salzwasser in Küstennähe. Sie kann bis zu einem halben Meter am Tag wachsen und insgesamt etwa 80 Meter groß werden.

In Deutschland gilt Kelp als Superfood, also als besonders nährstoffreiches Lebensmittel. Hierzulande wird die Alge in Form von Nahrungsergänzungspräparaten konsumiert.

Problematisch ist der hohe Jodgehalt, der
 leicht zu Überdosierungen führen kann.

Medizinische Verwendung von Kelp:
Reduzierung des Körpergewichts
Gegen hohen Blutdruck
Als Laxativ bei Verstopfung
Zur Behandlung der Strahlenkrankheit
Zur Vorbeugung von Krebs

Nährstoffreichtum
Die Seealge Kelp ist in Gewässern beheimatet, die extrem nährstoffreich sind. Die Alge absorbiert diese Stoffe und ist daher sehr reich an:

Vitaminen
Spurenelementen
Mineralstoffen
Enzymen

Kelp wird oft als Superfood bezeichnet, weil es so viele Nährstoffe enthält. Speziell der Mineralstoffgehalt ist bemerkenswert. Die Alge enthält besonders viel Jod, welches für die Funktion der Schilddrüse und deren Stoffwechsel von Bedeutung ist.

Ein Jodmangel kann sich negativ auf den Stoffwechsel auswirken und zu einer gefährlichen Vergrößerung der Schilddrüse führen. Algen sind Mutter Naturs beste Antwort darauf! Doch der extrem hohe Jodgehalt macht Kelp auch gefährlich. Übertreibt man es mit der Einnahme, kann es leicht zu Überdosierungen kommen, die wiederum ihre eigenen Nebenwirkungen mit sich bringen.

Neben Jod liefert die Alge noch folgende Nährstoffe:

Eisen
Calcium
Mangan
Kupfer
Zink
Magnesium
Thiamin
Niacin
Riboflavin
Vitamin A
Vitamin B12
Vitamin C

Schutz vor Krankheiten
Stress und Entzündungen sind zwei Risikofaktoren, die zu zahlreichen Krankheiten führen können. Kelp kann den Körper in mehrfacher Hinsicht vor Krankheiten schützen.

Die Alge ist reich an natürlichen Antioxidantien. Unter anderem enthält sie Carotinoide, Alkaloide und Flavonoide. Diese Antioxidantien neutralisieren freie Radikale im Körper, welche sich andernfalls negativ auf gesunde Zellen auswirken würden.

Auch Vitamin C zählt zu den Antioxidantien und ist in der Alge enthalten. Zusammen mit den vielen Mineralstoffen in Kelp sorgt es für einen Schutz vor oxidativem Stress, Herzkrankheiten und eventuell sogar vor Krebs.

Denn jüngste Forschungsergebnisse haben einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Kelp und einer Verbesserung von durch Östrogenüberschuss ausgelöstem Hodenkrebs gefunden. Dabei fanden die Forscher heraus, dass die Alge das Wachstum von Hodenkrebs und Brustkrebs verlangsamen kann.

Diese Ergebnisse sind zwar erstaunlich, jedoch ist es zu früh um Rückschlüsse daraus zu ziehen. Weitere Untersuchungen müssen abgewartet werden.

Abnehmen mit Kelp?

In den vergangenen Jahren haben sich Forscher mit den Effekten von Kelp auf den Fettstoffwechsel befasst. Die Alge enthält einen Ballaststoff namens Alginat. Eine Studie kam zu dem Ergebnis, dass Alginat die Fettaufnahme in den Organen um 75% verringern kann.

Wenn dieser Ballaststoff also zusammen mit Lebensmitteln eingenommen würde, dann würde die Fettaufnahme theoretisch geringer ausfallen.

Eine andere Studie kommt zu dem Ergebnis, dass ein Bestandteil in braunen Seealgen, das sogenannte Flucoxanthin, sich positiv auf das Gewicht auswirken kann. Darüber hinaus gibt es Untersuchungen, die braunen Seealgen einen positiven Effekt auf die Blutzuckerwerte zusprechen. So könnte Kelp auch für Personen mit Typ-2 Diabetes vorteilhaft sein.

Kelp in die Ernährung aufnehmen

Am besten ist es, wenn man die Alge einfach in eine ausgewogene Ernährung, zusammen mit reichlich anderen Gemüsearten, aufnimmt. Kelp sollte ein Bestandteil eines gesunden und reichhaltigen Ernährungsplans sein.

Man kann die Alge einfach in Pulverform, etwa zu Suppen oder Smoothies, hinzugeben. Man findet Kelp auch in japanischen und koreanischen Restaurants und Geschäften. Es gibt sogar Nudeln aus der Seealge.

Nebenwirkungen

Die Einnahme der Alge ist aufgrund ihres hohen Jodgehalts gefährlich. Es kann leicht zu Überdosierungen kommen, die sich negativ auf die Schilddrüse auswirken. Folgen können eine erhöhte oder verminderte Schilddrüsenfunktion sein.

Man sollte also sehr vorsichtig bei der Dosierung sein und darauf achten, den täglichen Bedarf an Jod nicht zu überschreiten. Die empfohlenen Werte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) können hier eingesehen werden.

Warnhinweise

Schwangerschaft: Kelp sollte von Schwangeren nicht konsumiert werden. Es kann zu Störungen im Hormonhaushalt kommen. Des Weiteren können schwere Nebenwirkungen für Mutter und Kind auftreten.

Stillen: Auch stillende Mütter sollten die Alge meiden.

Schilddrüsenkrankheiten: Aufgrund des Jodgehalts kann es zu Verschlimmerungen von Schilddrüsenerkrankungen kommen.

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1 http://www.mdpi.com/1660-3397/12/9/4898/htm
2 http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S030881461301340X
3 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2815322